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IEPG – Institut für medizinische Ethik, Grundlagen und Methoden der Psychotherapie und Gesundheitskultur
Institute for Medical Ethics, Psychotherapy and Health Culture

14. Mannheimer Ethik Symposium

Vielen Dank für Ihre Teilnahme und Ihr Interesse am 14. Mannheimer Ethik-Symposium. Auf Wiedersehen bei einer unserer kommenden Veranstaltungen!

(Siehe unter "Uniseminare" Semesterprogramm WS 2016/17 neu!)

Identität - Identitätssuche in einer sich wandelnden Welt 

Wozu Identität?

Ethik - Werte - Ziele - Interdisziplinäre Perspektiven

Next Europe - in Search of its Narrative*

*Gemeinsame Aktion der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Salzburg

Künstlerische Gestaltung: Violeta Dinescu

Samstag 8. Oktober 2016, 9.30 Uhr

Tagungsort: Universität Mannheim, Schloss Ostflügel, Fuchs-Petrolub-Festsaal

Tagungsleitung: Professor Dr. Hermes A. Kick

Wissenschaftliche Organisation: Prof. Dr. med. H. A. Kick, Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz, Prof. Dr. med. Dr. phil. Wolfram Schmitt

Veranstalter:

IEPG - Institut für medizinische Ethik, Grundlagen und Methoden der Psychotherapie und Gesundheitskultur, Mannheim - Alma Mater Europaea Salzburg (Direktor: Prof. Dr. med. Hermes A. Kick)

IMGB - Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim (Gf. Direktor: Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz)

EAWK - Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste, Salzburg (Präsident: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Felix Unger)

Tagungssekretariat und Informationen:

Christina Skasik, Claudia Martin, Petra Motevadjeh, Elisabeth Weiss

Tel.: 0621-32886360, Fax: 0621-32886366

info@institut-iepg.de

www.institut-iepg.de

IEPG, Lameystr. 36, 68165 Mannheim

Für Ärzte und Psychotherapeuten: Die gesamte Veranstaltung ist von der Landesärztekammer Baden-Württemberg mit 6 Punkten zertifiziert

Programm

9.30        Eröffnung

                Prof. Dr. med. Dr. h. c. Felix Unger

                Begrüßung

                Prof. Dr. med. Hermes A. Kick

                Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz

 

Positionen und Zäsuren: Identitätserfassung

10.00       Prof. Dr. med. Sabine Herpertz, Heidelberg

                Selbstfunktionen und interpersonelle Funktionen in der psychiatrischen Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen

10.30       Prof. Dr. iur. Jochen Taupitz, Mannheim

              Sexuelle Identität - Intersexualität - Transsexualität. Juristische Positionen im Dienste ethischer Anliegen

11.00       P a u s e

11.30       Prof. Dr. phil. Christine Schirrmacher, Bonn

         Identitätsfragen - Identitätsunsicherheiten - gefährdende Identitätsanker: Klärungen und Positionierungen in Europa und für Europa

12.00       Prof. Dr. theol. Ulrich Duchrow, Heidelberg

               Identität als Kategorie des Geldindividuums oder des solidarischen Menschen?

12.30       Mittagspause

                Natürlichkeit und Geschichtlichkeit: Identitätsentwicklung

15.00       Prof. Dr. med. Gerd Rudolf, Heidelberg

          Vom "Ich" zum "Selbst". Psychotherapeutische Aspekte der Identität

15.30       Prof. Dr. rer. nat. Ernst Peter Fischer, Heidelberg

           Die Identität der Gene und die Gene der Identität

16.00       Pause

                16.30       Gabriele Kuby, München

                Transgender - Abschied von der Identität - Abschied von der Wirklichkeit?

17.00       Prof. Dr. phil. Dietrich von Engelhardt, Lübeck

                Personalität - Identität - Kontinuität. Hoffnung auf lebensdienliche Synthesen

17.30       Podiumsdiskussion der Referenten

                Moderation: Prof. Dr. phil. Jochen Hörisch, Mannheim

18.00       Prof. Violeta Dinescu, Oldenburg:

                 Ensemble instrumental

                Scherben und heilige Funken: Ritterschlag, musikalischer Diskurs für Flöten und  Blockflöten

Anne Horstmann (Querflöten), Dörte Nienstedt (Blockflöten)

18.30       E n d e   d e r   V e r a n s t a l t u n g

Die Tagungsgebühren betragen 60,-- €  pro Teilnehmer (bei Anmeldung und Überweisung bis 15. September 2016 nur 30,-- €). Für Studenten ist die Teilnahme gebührenfrei. Um Überweisung auf das Konto: IBAN: DE08 6705 0505 0033 3964 73; SWIFT-BIC: MANSDE66XXX - zugunsten des IEPG (Stichwort: 14. Mannheimer Ethiksymposium) wird gebeten. Eine Bestätigung der Anmeldung erfolgt nicht. Die Einlassetiketten werden am Tagungstisch ausgegeben. Direkte Anmeldung über diese Homepage unter "Kontakt"/"Anmeldung Symposium".

 

Identität ist kein Geschäftsmodell zur Lösung allfälliger demografischer, wirtschaftlicher oder politischer Probleme. Jedoch gilt: Eine Kultur, die ihre Identität verloren hat, hat nicht die Kraft, Menschen aus anderen Kulturen dauerhaft und überzeugend aufzunehmen. Was derzeit in Europa und auch darüber hinaus in weiten Teilen unserer Erde aussieht wie eine Krise der Institutionen, ist in Wirklichkeit eine Krise der Identitäten und der Gesellschaften als Solidar- und Wertegemeinschaften. Ohne klare individuelle Identitäten wird sich keine stabile kollektive Identität entwickeln. Ohne kollektive Identität werden keine adäquaten Institutionen zu konstituieren sein, da kein adäquater und stabiler Bezug zu den Institutionen gegeben ist. Persönlichkeiten mit klaren Identitäten sollen die Institutionen mitgestalten. Dafür bedarf es einer operativen Distanz zu den Institutionen, die keineswegs etwas zu tun hat mit Gleichgültigkeit, sondern sehr viel mit reflektiertem wissenschaftlichem Engagement. Dafür möchte das 14. Mannheimer Ethiksymposium einen notwendigen kreativen Beitrag leisten.

Unsichere Identität bedeutet Entfremdung gegenüber sich selbst und gegenüber dem Anderen. Sie bedeutet Gefährdung des Einzelnen wie der Gesellschaften. Bisherige demokratie- und identitätstheoretische Ansätze konzentrieren sich vor allem auf reduzierte soziologische bzw. strukturelle Aspekte. Wichtig ist jedoch ebenso der dynamisch-energetische Aspekt, ohne den es eine stimmige Identitätsentwicklung nicht geben kann. Bestimmte Entwicklungsaspekte (Zäsuren, Aufbegehren, Proteste, Revolutionen, Verweigerung) kommen nur unter Berücksichtigung des prozessdynamischen Aspektes in den Blick. Wichtig ist es darüber hinaus, die Fragmente, auf die wir treffen, in einem Ansatz verantwortlich neu zu verorten, die strukturell-dynamische Kohärenz in den Blick zu bekommen und in einen Handlungsentwurf umzusetzen. Es geht so um eine Hoffnung, mit den Rissen, Brüchen, Wunden und Schrammen, die in den geschichtlichen Abläufen verborgen sind, realistisch umzugehen, was bedeutet, ein noch utopisches Narrativ zu entbergen, das dem Überleben aller dient.

Für die Veranstalter

Prof. Dr. Hermes A. Kick